Aufklärung

Aufklärung: Allgemeine Tipps

Du bist stellvertretend.

Begeben wir mit unserer Anschauung in die Öffentlichkeit, ist es möglich, dass wir für viele die ersten veganen Menschen sein werden, mit denen sie persönlichen Kontakt haben, und damit werden wir für sie – zumindest vorerst – alle anderen von dieser seltsamen Sorte repräsentieren. Das heißt, wie wir agieren und reagieren, wie wir Fragen und Antworten formulieren und in welchem Ton, was wir essen oder welche Kleidung wir tragen, all dies wird womöglich von unserem Gegenüber auf alle anderen vegan lebenden Menschen übertragen werden. Das ist unfair, aber nicht zu ändern. Sei dir dessen bewusst und weise gegebenenfalls einfach darauf hin, dass du dich nicht einer Armee von Klonen oder einer dogmatischen Sekte angeschlossen hast, sondern du selbst geblieben bist, mit einem erweiterten Sinn für Gerechtigkeit und Mitgefühl. Es gibt große und kleine, laute und leise, aktive und ruhige vegane Menschen, und je mehr es werden, desto schneller wird das Bild vom einheitlichen »Typ Veganer« verschwinden.

Erlerne die Grundlagen.

Um eine möglichst klare und einfache Botschaft vermitteln zu können ist es notwendig, dass wir uns so weit wie möglich mit Theorie und Praxis des Veganismus vertraut machen. Es gehört nicht viel mehr dazu als die Entschlossenheit, die Welt besser machen zu wollen als sie jetzt ist. Lies Bücher, Webseiten und Blogs, sieh dir Videos an und lade Podcasts herunter. Bei Gesprächen mit interessierten Menschen solltest du stets das Gefühl haben, dich auf sicherem Boden zu bewegen. Niemand wird von dir erwarten, bestimmte Statistiken auswendig zitieren zu können – die positive Wirkung eines selbstbewussten und glaubwürdigen Eindrucks hingegen kann gar nicht genug hervorgehoben werden.

Menschen sind im Grunde ihres Herzens gut.

Wir sollten von vornherein annehmen, dass Menschen von sich aus nicht böswillig sind und generell niemandem bewusst schaden möchten. Die allermeisten zeigen sich interessiert an moralischen Fragen und sind offen für neue Perspektiven. Oft fehlt einfach nur ein anderer, schlüssiger und konsequenter Blick auf das Problem der Tiernutzung, um eine Verbindung zwischen dem eigenen Konsumverhalten und dem, was »da draußen« passiert, herzustellen. Zeigen wir, dass es sehr leicht möglich ist, der institutionalisierten Gewalt die Unterstützung zu entziehen und vegan zu leben.

Menschen sind nicht dumm.

Oft wird – meist von Organisationen, die eine möglichst breite Spenderbasis zur Selbsterhaltung benötigen – vorgebracht, die Öffentlichkeit wäre nicht in der Lage, die Argumente für den Veganismus zu verstehen. Demnach sollen nichtvegane Menschen »Schritt für Schritt« auf eine »Reise« geführt werden, über Stationen wie »Fleisch aus artgerechter Haltung« oder einen »Veggie-Tag«, weil Veganismus (die einfachste und einzig logische Konsequenz) ihnen angeblich zu kompliziert erscheint. Es ist offensichtlich, dass sich diese Prophezeiung erfüllt, wenn wir es weiterhin vorziehen, den Menschen »leichte Kost« anzubieten, anstatt über Veganismus aufzuklären. Es gibt dabei kein Mysterium, und es ist nicht kompliziert. Wie gut unsere Argumente verstanden werden hängt nur davon ab, wie deutlich wir sie formulieren.

Lass dich nicht entmutigen.

Es ist nicht zu vermeiden, dass dir von verschiedenen Seiten immer wieder dieselben Fragen gestellt werden. Manche Fragen lassen dich sofort erkennen, dass du – was diese Person betrifft – ganz von vorne wirst anfangen müssen. Wenn du jedoch bei deiner Aufklärungsarbeit effektiv sein willst, solltest du jede Frage so beantworten, als ob du sie zum ersten Mal gehört hättest. Denn obwohl es manchmal sehr anstrengend sein kann: Wenn du andere von deiner Botschaft begeistern willst, musst du erst selbst begeistert von ihr sein.

Verteidige dich nicht, antworte.

Einige Menschen werden versuchen, dich zu provozieren oder dich mit entsprechenden Fragen oder Kommentaren zu beleidigen oder lächerlich zu machen. Die Gründe dafür sind nicht immer klar, oft steht wohl dahinter die Bemühung, sich nicht ernsthaft mit dem Problem auseinandersetzen zu müssen. Wer sich ehrlich nicht dafür interessiert, wird einfach weggehen oder das Thema wechseln. Sei also bestrebt, in jedem Satz und in jeder Frage, seien sie auch noch so ruppig oder sarkastisch, eine Einladung zu sehen, mit jemandem darüber zu sprechen, der sich innerlich schon mehr darauf eingelassen hat, als es den Anschein haben mag.

Bleibe gelassen.

Die meisten von uns waren bis zu einem bestimmten Zeitpunkt selbst nicht vegan. Es ist wichtig, sich dies manchmal ins Gedächtnis zu rufen. Fehlendes Wissen oder falsche Informationen, Unsicherheit, Angst vor Veränderung, Besorgnis um die eigene Gesundheit oder das soziale Ansehen: Die Gründe, welche die meisten Menschen davon abhalten, sich auf eine vegane Lebensweise einzulassen, sind vielfältig. Es ist nicht hilfreich, andere zu beschimpfen oder zu beleidigen, wenn sie unseren Standpunkt nicht verstehen können oder wollen, und es wird zuhörende Außenstehende kaum dazu bringen, sich näher mit dem Veganismus zu beschäftigen. Wenn du wütend oder frustriert bist, weil du nicht akzeptieren kannst, dass wir jährlich Milliarden von Tieren die Hölle auf Erden bereiten, nutze diese Energie und versuche sie in deiner eigenen Form von Aktivismus zu bündeln, mit der du dich abhebst von allen, die mit Entschuldigungen wie »ich alleine kann rein gar nichts bewirken« oder »es wird sich schon jemand darum kümmern« ihr enormes Potential einfach verschenken.

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