Aufklärung

Aufklärung: Einzelaspektkampagnen

Alle empfindungsfähigen Tiere haben das Recht, nicht benutzt zu werden, also sollten wir stets darauf hinweisen, dass es keinen moralisch bedeutsamen Unterschied gibt zwischen den Tieren, zu denen wir ein inniges persönliches Verhältnis pflegen und jenen, die wir als bloße Ressource behandeln. Alle verdienen die gleiche Berücksichtigung ihrer Interessen, egal wie sie aussehen, wo sie leben oder ob ihre Art bedroht ist oder nicht. Es ist ungerecht, sie auszubeuten, ob der Grund nun Fleisch, Milch, Pelz, Leder, Unterhaltung oder Sport heißt. Obwohl unser Gegenüber vielleicht nicht über Nacht vegan wird (oder vielleicht doch), haben wir ein wesentlich einfacheres und klareres Bild gezeichnet, als wenn wir das Augenmerk auf eine einzige Tierart und eine einzige Form der Ausbeutung gelegt hätten.

Wenn du dich entschieden hast, einen Teil deiner Zeit der veganen Aufklärung zu widmen, nutze ihn optimal, indem du eindeutig klarstellst, dass alle empfindungsfähigen Lebewesen das Recht besitzen, nicht zu menschlichen Zwecken benutzt zu werden. In der Praxis bedeutet dies, sich für Veganismus als eine moralische Grundlinie auszusprechen, denn nur dadurch wird allen Formen der Tierausbeutung der Boden entzogen. Wenn wir hingegen Kampagnen unterstützen, die lediglich einen einzelnen Aspekt der Ausbeutung zum Thema haben (wie zum Beispiel »Gänsestopfleber«, »Zirkuselefanten« oder beim Thunfischfang getötete Delfine), vermitteln wir den Eindruck, dass diese Formen der Tiernutzung die einzigen seien, gegen die etwas einzuwenden sei, oder dass die betroffenen Tiere wichtiger oder als einzige schützenswert wären.

Dies ist offensichtlich nicht zutreffend, und um eine konsistente und damit glaubwürdige Botschaft auszusenden, sollten wir es vermeiden, einige Tiere oder Tierarten willkürlich aus der Reihe der Opfer hervorzuheben. Im schlimmsten Fall könnte deine Arbeit in dem Sinne verstanden werden, dass die Nutzung nichtmenschlicher Tiere im Allgemeinen kein Problem darstelle, wenn eben nur darauf geachtet würde, keine »Stopfleber« zu kaufen.
Möchtest du also dennoch öffentlich auf ein explizites Ereignis oder eine bestimmte Methode der Tierausbeutung hinweisen, dann betone dabei ausdrücklich, dass die Betroffenen zu einer größeren Gruppe gehören, die in ihrer Gesamtheit über das Recht verfügen, nicht benutzt zu werden.

Unsere große Chance besteht darin, die Menschen wissen zu lassen, dass es eine einfache, logische und konsequente Möglichkeit gibt, dieses Recht zu respektieren: Wir können über Veganismus aufklären, für das Wohl aller Gänse, Elefanten, Delfine und Thunfische – für alle Tiere, nicht für eines nach dem anderen.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on Google+Email this to someone