Extras

Grundsätze

Teil 1 • Teil 2 • Teil 3 Das Grundproblem der Tiere ist, dass unser Gesetz sie als »Sachen« einstuft. — Stephen Wells Einzelne, die den überlieferten Anschauungen entgegentraten, sind die Quelle aller moralischen und geistigen Fortschritte gewesen. — Bertrand Russell (1872–1979) Veganismus ist keine Ernährungsform. Er ist die Ablehnung von Gewalt, nicht die Ablehnung von Kalorien. — Unbekannt Es ist einfacher, Menschen etwas vorzumachen, als sie davon zu überzeugen, dass ihnen etwas vorgemacht wurde. — Mark Twain (1835—1910) Veganismus: Das, was du tust, wenn du sagst, dass du Tiere wichtig nimmst, und du es auch wirklich meinst. — John Tallent Wenn es nicht richtig ist, tu es nicht; wenn es nicht wahr ist, sag’ es nicht. — Marcus Aurelius (121—180) Die größte Sünde an unseren Mitgeschöpfen ist nicht, sie zu hassen, sondern ihnen gegenüber gleichgültig zu sein; das ist die Essenz der Unmenschlichkeit. — George Bernard Shaw (1856—1950) Du kannst die Welt verändern. Du musst die Welt verändern. — Howard Lyman Für mich ist ›vegan‹ ein wunderschönes Wort. Es ist mehr als nur eine Beschreibung unserer Essgewohnheiten. Ich …

Grundsätze

Teil 1 • Teil 2 • Teil 3 Viele Dinge werden nicht getan, weil sie unmöglich scheinen. Viele Dinge scheinen unmöglich, weil sie nicht getan werden. — Seneca (ca. 1–65 n.Chr.) Tierschutzreformen berühren das Wesen des Problems nicht und können dies auch nicht, weil sie nicht die entscheidenden Hürden anfechten, die zwischen den Tieren und der vollständigen Anerkennung ihrer Interessen stehen. Sie verzögern nur die Erkennung des Kernproblems und überzeugen die Menschen von etwas, nach dem die Industrie sich sehnt: Eine Versicherung, ihre Produkte seien in irgendeiner Weise »human«. — Bob Torres Es sollte keine Rolle spielen, was andere Menschen oder nichtmenschliche Tiere tun oder nicht tun. Alles, was von Bedeutung sein sollte, ist was du tust und wie du dich dabei fühlst. Ich zum Beispiel bin vegan – was bedeutet, dass ich jeden Tag mein Bestes gebe, die Ausbeutung Anderer (menschlich oder nicht) zu vermeiden – weil es mir das Gefühl gibt, dass ich in dieser Welt etwas verändere, indem ich aufstehe für das Recht Anderer, nicht versklavt zu werden. — Randy Sandberg Auf tausend, die an den …

Interview mit Gary Francione

Teil 1 • Teil 2 • Teil 3 • Teil 4 Und es gibt tatsächlich Gruppierungen, welche die institutionellen Ausbeuter mit gewaltsamen Methoden angreifen und sagen »Hört auf, den Leuten zu liefern, was sie von euch fordern!« Ja, dann gibt es noch diejenigen, welche für ein gewaltsames Vorgehen werben und sagen »Wir sollten mit Gewalt gegen die Ausbeuter kämpfen.« Nun, habt ihr nichtvegane Menschen in euren Familien? Dann zieht euch eure Sturmhauben über und bewerft sie mit Backsteinen oder so. Für mich ergibt das keinen Sinn. Noch dazu macht es keinen Unterschied! Sie können zehn Schlachthäuser niederbrennen, und es wird einfach keinen Unterschied machen, denn solange die Nachfrage da ist, wird sie von zehn anderen Lieferanten befriedigt werden. Sie können Huntingdon Life Sciences (das größte europäische Labor für Tierversuche, Anm. d. Übers.) schließen lassen, und wissen Sie was? Ein anderer wird die Bedarfsbefriedigung übernehmen. Weil noch immer Bedarf an Tieren besteht. Genau, solange es eine Nachfrage gibt für den Gebrauch von Tieren in Experimenten wird einfach ein anderer Lieferant diese Nachfrage bedienen. Und was ich wirklich komisch finde ist, dass viele …

Interview mit Gary Francione

Teil 1 • Teil 2 • Teil 3 • Teil 4 Es gibt keinen Unterschied zwischen einer Person, welche einen Pelzmantel trägt und einer Person, der Wolle trägt. Die meisten Menschen innerhalb der Tierrechtsbewegung tragen immer noch Wolle, und viele von ihnen Leder, aber ich betrachte die pelztragende Frau nicht als moralisch unterscheidbar von den Leuten, die Wolle tragen. Meiner Beurteilung nach ist beides nicht richtig. Und wenn Sie zu jemandem sagen »Sie sollten keinen Pelz tragen«, wird diese Person aufmerksam genug sein um zu erkennen, dass andere Leute andere Tierprodukte wie etwa Wolle tragen, also wo ist der Unterschied? Niemand fordert mich auf, keine Wolle mehr zu tragen, also ist es wohl in Ordnung, wenn ich Wolle trage. Warum ist es dann nicht in Ordnung, Pelz zu tragen? Wenn Sie eine Anti-Pelz-Kampagne durchführen wollen, sollten Sie deshalb sicherstellen, dass es deutlich wird, dass dies ein Teil einer allumfassenden Kampagne gegen jegliche Tierausbeutung ist, gegen die Verwendung jeglicher Kleidung aus Tierprodukten, gegen die Benutzung jeglicher Tiere als Nahrung, zu Versuchszwecken, zur Unterhaltung oder für irgendetwas anderes. Und darum ist es meine …

Interview mit Gary Francione

Teil 1 • Teil 2 • Teil 3 • Teil 4 Sicher, aber ich denke, das ist ein sehr schockierender Moment für die Menschen, wenn Sie ihnen sagen, dass reformistischer Tierschutz nutzlos ist. Sie werden wahrscheinlich sagen »Wovon reden Sie da? Wir holen die Hühner aus dem Käfig. Bedeutet das etwa keine Verbesserung aus Sicht der Hühner?« Nun, Tierschutzreformen sind nutzlos insofern als die einzigen Reformen, die wir erleben werden, solche sind, die im Grunde ökonomisch vorteilhaft oder zumindest neutral für die Industrie sind. Und diese Reformen werden auf lange Sicht sowieso stattfinden. Wenn Sie also radikale Forderungen stellen, wenn Sie Veganismus fordern oder die komplette Abschaffung der Tierausbeutung, werden ohnehin Tierschutzreformen durchgeführt werden, weil die Industrie einlenken und sagen wird »Wir werden uns bessern.« Wenn Sie also die radikalere Position der Abschaffung der Tierausbeutung einnehmen, werden Sie schließlich ebenfalls Tierschutzreformen bekommen. Ich weiß nicht, warum Menschen ihre Zeit verschwenden, indem sie sich für Tierschutzreformen stark machen, denn die meisten Dinge, die sie fordern, werden sowieso aus ökonomischen Gründen eintreten. Lassen Sie mich Ihnen dafür ein Beispiel geben. Erinnern Sie sich …

Interview mit Gary Francione

Teil 1 • Teil 2 • Teil 3 • Teil 4 Erzählen Sie bitte ein wenig von der »moralischen Identitätsstörung«, einem Begriff aus einem Ihrer Bücher. Erklären Sie doch, was »moralische Identitätsstörung« im Zusammenhang mit unserer Beziehung zu anderen Tieren bedeutet. Welche Verbindung lässt sich hier zum Hype um Michael Vick und seinen Wiedereinsatz bei den Philadelphia Eagles herstellen? Der Begriff »moralische Identitätsstörung« drückt aus, dass wir eine sehr konfuse Einstellung gegenüber Tieren haben. Auf der einen Seite haben viele von uns nichtmenschliche Gefährten, welche wir als Familienangehörige betrachten. Auf der anderen Seite stechen wir Gabeln in Tiere, die sich auf moralischer Ebene nicht von den Tieren, die wir als Angehöre der Familie ansehen, unterscheiden. Wir alle sind der Ansicht, dass es falsch ist, Tieren unnötiges Leid und einen gewaltsamen Tod zuzufügen. Dennoch essen die meisten von uns Tiere, und unsere beste Rechtfertigung für das Töten von weltweit 56 Milliarden Tieren jährlich – Fische und andere Wassertiere nicht eingeschlossen – besteht darin, dass sie uns gut schmecken. Also behaupten wir einerseits, dass wir Tiere ernst nehmen, andererseits behandeln wir sie als …