Umstellung

Umstellung

Die Entscheidung, ab jetzt vegan zu leben, kann sich wie ein großer Schub für das Selbstbewusstsein und gleichzeitig ziemlich einschüchternd anfühlen. Auf der einen Seite bedeutet dieser Schritt, sein Handeln endlich voll und ganz an den Grundsätzen auszurichten, die man immer schon als richtig empfunden hat, welche aber aus verschiedenen Gründen (von Unsicherheit und Bequemlichkeit über Gruppenzwang bis zu irreführender Werbung) jahrelang mehr oder weniger ignoriert wurden. Der Schritt zum Veganismus bedeutet, ab jetzt kritisch zu denken und die Verantwortung für das eigene Handeln und dessen Folgen zu übernehmen. Auf der anderen Seite stellen sich große Fragen wie »Was soll ich essen?« oder »Werde ich jetzt wohl krank?« Glücklicherweise ist das Angebot an veganer Hilfestellung inzwischen so groß, dass keine Frage unbeantwortet bleiben muss. Ob du auf der Suche nach Antworten lieber in Büchern oder im Internet stöberst, Filme ansiehst, Broschüren anforderst oder dich zu einem veganen Stammtisch gesellst, bleibt dir überlassen. Es gibt keinen »richtigen« oder »falschen« Weg, vegan zu werden. Bei einigen dauert dieser Weg Wochen oder Monate, andere wiederum werden buchstäblich über …

Umstellung: Überbleibsel

Du hast dich entschlossen, vegan zu leben, und fragst dich nun, was du mit deinen Lederschuhen tun sollst? Was soll mit Wollpullover, Ledergürtel, nicht veganen Haushaltsreinigern, Kosmetik- und Pflegeprodukten geschehen? Die wenigsten können es sich leisten, sofort alle Gegenstände aus Tierprodukten, die sie bereits besitzen, gegen vegane Versionen auszutauschen. In einem solchen Fall können diese auch nach und nach ersetzt werden, dir sollte dabei nur bewusst sein, dass du zum Beispiel darauf hingewiesen werden könntest, dass Lederschuhe nicht vegan sind und der Umstand, dass du welche trägst, benutzt werden könnte, um deine Glaubhaftigkeit anzuzweifeln. Aber wenn du dir als angehender vegan lebender Mensch nicht sofort neue vegane Sachen leisten kannst, bedeutet das nicht, dass du aufgeben oder anderweitig Tierprodukte konsumieren solltest. Denke daran, dass Veganismus bedeutet, unnötiges Leid zu vermeiden, wann immer es praktisch möglich ist. Wir sollten unser Bestes tun, aber unser Bestes kann nicht immer identisch mit dem Idealfall sein. Ob anderweitig vegan oder nicht: Wenn wir Produkte tierlicher Herkunft als Bekleidungsmaterialien verwenden, senden wir jedoch – auch ohne ein Wort zu sagen …

Umstellung: Kognitive Dissonanz

Einige Mitmenschen werden – auch ohne es selbst bewusst wahrzunehmen oder gar zu äußern – ein Problem damit haben, was du richtig machst. Das Gefühl, nicht gegen Konventionen zu verstoßen und auf gewohnte Produkte verzichten zu wollen, gleichzeitig aber unvorstellbares Leid, Verschwendung von Nahrungsmitteln und Verschmutzung von Wasser, Land und Luft zu finanzieren, verursacht bei vielen Menschen eine innere Spannung (»kognitive Dissonanz«), die einige zu lösen versuchen, indem sie Fehler bei denen finden wollen, die sich dazu entschieden haben, weniger zu diesen Problemen beizutragen. Leider sehen nur wenige sofort ein, dass ihr eigenes Verhalten seit Jahrzehnten viel Schaden angerichtet hat, und nur ein kleiner Teil davon entscheidet sich, sein Verhalten auf der Stelle zu ändern. Allein durch die Existenz gesunder veganer Menschen lässt sich jedoch nicht mehr von der Hand weisen, dass sie tagtäglich Dinge tun, die enormes Leid verursachen, aber nicht notwendig sind. Es fällt uns generell immer leichter, ein Unrecht, an welchem wir uns selbst nicht beteiligen, zu erkennen und zu kritisieren, als eine eigene Gewohnheit, noch dazu, wenn sich das gesamte soziale …

Umstellung: Gesprächstipps

Wer den Schritt zu einer veganen Lebensweise unternimmt, muss sich zu Beginn nicht nur mit Lebensmitteln und Schuhen, sondern auch mit den Fragen der Mitmenschen auseinandersetzen. Ob diese nun scherzhaft, provozierend oder ernst gemeint sind, je besser du darauf vorbereitet bist, desto einfacher wird es, souverän und selbstsicher darauf einzugehen. Weiterbildung Informiere dich ausgiebig über alles, was mit den Themen Veganismus, Tierrechte, Ernährung, Tiernutzung und Landwirtschaft zusammenhängt. Lies so viele Bücher wie möglich, sammle und durchforste verschiedene Seiten im Internet, bestelle Broschüren und anderes Material, abonniere Podcasts, suche nach Videos, beteilige dich an Diskussionen in Online-Foren oder in lokalen Interessengruppen, lies Interviews und besuche Vorträge. Es ist sehr viel leichter, Fragen zu beantworten und sich auf Gespräche einzulassen, wenn klar ist, dass das eigene Hintergrundwissen ausreicht, um jede Situation ohne Erklärungsnöte und im Sinne des Veganismus (und damit im Sinne der unschuldigen Opfer der Tierindustrie) zu »meistern«. Respekt Bleibe beim direkten Umgang mit anderen (auch im Internet) höflich und respektvoll, wie viel Mühe und Selbstbeherrschung dies auch manchmal zu erfordern scheint. Versuche, jeweils auf die …

Umstellung: Ernährung

Der erste und wichtigste Punkt bei der Umstellung auf ein veganes Leben ist die Ernährung. Dabei lässt sich die Frage nach der individuell »richtigen« veganen Ernährung in zwei Einzelfragen aufteilen: Wie ernähre ich mich, damit mein Körper weiterhin alle notwendigen Stoffe erhält, und wie ernähre ich mich, damit mir Essen weiterhin Spaß macht und ich meinen persönlichen Geschmack nicht vollständig aufgeben muss? 1. Gesundheit Als Faustregel gilt: Iss möglichst viel verschiedenes Obst und Gemüse, Nüsse und Samen, je unverarbeiteter, desto besser (dies gilt übrigens nicht nur für vegan lebende Menschen). Nimm außerdem regelmäßig eine ausreichende Dosis Vitamin B12 zu dir. Gönne dir viel Bewegung, frische Luft und Sonne auf der Haut. Informiere dich weiter über die für Menschen wichtigen Nährstoffe und gegebenenfalls deinen individuellen Bedarf. Alle Informationen findest du online, in einer Bücherei oder bei einem Ernährungsberater. 2. Genuss Die Umstellung auf vegane Ernährung muss keinesfalls Einschränkungen und Verzicht bedeuten. Wenn du offen bist für bisher unbekannte Lebensmittel und Formen der Zubereitung wirst du – wie die meisten – eher eine Öffnung deines kulinarischen Horizonts …