Einkauf

Einkauf: Körperpflege und Kosmetik

Nicht nur in Lebensmitteln, auch in vielen Kosmetika und Pflegeprodukten sind Inhaltsstoffe tierlichen Ursprungs enthalten. Häufig verwendete Stoffe sind zum Beispiel tierliche Fettsäuren, Kollagen, Keratin, Wollfett, Bienenwachs, Karmin sowie Perlen- und Seidenpulver. In den meisten Fällen werden diese jedoch nicht eingesetzt, weil sie für eine höhere Qualität des Endprodukts sorgen oder es keine pflanzliche oder mineralische Alternative gibt, sondern weil bei der enormen Zahl von Tieren, die bei uns täglich getötet werden, riesige Mengen sogenannter Schlachtabfälle (Fett, Innereien, Knochen, Knorpel, Haut, Hörner, Hufe oder Fruchtwasser) entstehen, die zu niedrigen Preisen an die Kosmetikindustrie weiterverkauft werden.

Ob Duschgel, Shampoo, Lotion, Rasierschaum, Zahnpasta oder Lippenstift: Wer den Konsum von Tierprodukten vermeiden möchte, muss beim Kauf dieser Artikel also genau hinsehen. Leider lassen sich die in der chemischen Industrie verwendeten Stoffe aufgrund der Benennungen oft noch schlechter identifizieren als im Nahrungsmittelbereich. Die Bezeichnungen der einzelnen Substanzen richten sich nach der International Nomenclature of Cosmetic Ingredients und bestehen daher vornehmlich aus englischen und lateinischen Wörtern.

Für uns gibt es dennoch mehrere Wege, vegane Produkte von solchen mit tierlichen Inhaltsstoffen zu unterscheiden. Zum einen kann die Liste der Zutaten mithilfe eines entsprechenden Buches, einer Website oder App geprüft werden. Wer sich hier einigen Aufwand ersparen möchte, begutachtet von vornherein nur Artikel, die eine relativ kurze Liste mit Inhaltsstoffen aufweisen, oder Produkte, deren Wirkstoffe laut Verpackung zum größten Teil auf pflanzlicher Basis hergestellt sind.

Weiterhin lassen immer mehr Hersteller ihre veganen Produkte mit dem Label der Vegan Society auszeichnen, welches garantieren soll, dass das entsprechende Produkt frei von tierlichen Bestandteilen ist und außerdem nicht an Tieren getestet wurde. Weil die Kennzeichnung »vegan« aber weder für Lebensmittel noch für Kosmetika einheitlich geregelt ist, drucken manche Firmen das Wort auch eigenmächtig auf ihre Verpackungen, das Produkt kann in einem solchen Fall also durchaus vegan sein, allerdings steht keine Kontrollinstanz dafür ein. Zuletzt bleibt der kritischen Kundschaft noch das Mittel der Produktanfrage, bei der ein Hersteller konkret zu den verwendeten Inhaltsstoffen eines Artikels befragt werden kann.

Doch nicht nur für bestimmte Inhaltsstoffe müssen Tiere leiden und sterben, auch tierproduktfreie Produkte können Stoffe enthalten, die an Tieren getestet wurden. Zwar ist in der EU die Einfuhr und der Verkauf von neuen an Tieren getesteten Kosmetikprodukten und -inhaltsstoffen seit 2003 verboten, dennoch werden Rohstoffe, die zusätzlich auch außerhalb des Kosmetikbereichs Verwendung finden, als »Chemikalien« eingestuft und dürfen weiterhin an Tieren getestet werden. Zwischen den Ländern der EU besteht weiterhin Unklarheit darüber, wann genau ein Kosmetikinhaltsstoff vorliegt und wie das Verkaufsverbot durchgesetzt und kontrolliert werden soll.

Da jede erdenkliche Substanz, die in der Kosmetikindustrie verwendet wird, irgendwann bereits mittels Tierversuch auf Verträglichkeit oder Giftigkeit hin geprüft wurde, gibt es auf dem Markt praktisch kein einziges Produkt, welches als vollständig tierversuchsfrei bezeichnet werden kann. Dennoch werden auch in diesem Bereich verschiedene Siegel vergeben, die garantieren sollen, dass das betreffende Produkt oder seine Inhaltsstoffe seit einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr an Tieren getestet wurden.


Label der Vegan Society

Label des Humane Cosmetics Standard (HCS)

Label des Internationalen Herstellerverbands gegen Tierversuche in der Kosmetik (IHTK), in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Tierschutzbund

Label des Bundesverbands der Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und kosmetische Mittel e.V. (BDIH)

Zu beachten ist hier, dass lediglich das Label der Vegan Society Produkte kennzeichnet, in welchen darüber hinaus auch keine Stoffe von lebenden oder toten Tieren enthalten sind. In Produkten, die auf der Verpackung mit einem der Labels von HCS, IHTK, BDIH oder anderen versehen sind, können also durchaus Substanzen enthalten sein, für die Tiere unmittelbar leiden und sterben mussten.

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