Gegenargumente

»Menschen sind keine Tiere.«

Der Mensch (Homo sapiens) ist ein Säugetier aus der Ordnung der Primaten. Er gehört zur Unterordnung der Trockennasenaffen und dort zur Familie der Menschenaffen.1

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden die Bezeichnungen Mensch und Tier fast ausschließlich als komplementäres Begriffspaar verwendet. Auf diese Weise werden jedoch zwei Gruppen von Lebewesen beschrieben, welche getrennt nebeneinander und ohne Überschneidungen existieren. Oft wird zwar anerkannt, dass der Mensch als Art dem Reich der Tiere zuzuordnen ist (da es sich bei ihm zumindest nicht um eine Pflanze, einen Pilz, ein Bakterium oder ein Virus handelt), allerdings häufig unter dem Vorbehalt, dass es sich beim Menschen um die »höchstentwickelte« aller Arten handelt oder er sich zumindest durch ein oder mehrere Merkmale (oft werden zum Beispiel unübertroffene Intelligenz, Rationalität oder die Fähigkeit zur geistigen Reflexion angeführt) von allen anderen Spezies unterscheidet. Bestimmte Fähigkeiten des »normal« entwickelten, gesunden, erwachsenen Menschen können jedoch offensichtlich keine Grundlage für eine vollständige Abgrenzung von allen anderen Tierarten sein. Mit der gleichen Begründung könnten sonst Begriffspaare wie Fledermaus und Tier (kann Ultraschall hören, UV-Licht sehen und Magnetfelder wahrnehmen), Eisbär und Tier (kann ein Jahr lang ohne Nahrung leben), Spinne und Tier (kann Netze ohne zusätzliche Materialien oder Werkzeuge herstellen) oder Laternenfisch und Tier (kann ohne Hilfsmittel sichtbares Licht erzeugen) gelten.

Schließlich verhalten sich die Parteien Menschen und Tiere so zueinander wie Männer und Menschen oder blonde Männer und Männer, denn der jeweils letztere Begriff schließt den ersteren ein.

1 http://www.itis.gov/servlet/SingleRpt/SingleRpt?search_topic=TSN&search_value=180092 | PDF
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