Gesellschaft

»Veganismus ist zu extrem.«

Bei dieser Frage kommt es wohl auf das eigene Verhältnis zu diesem Wort an. Also urteile selbst: Wie extrem ist es, das Prinzip »Leben und leben lassen« nicht nur im Munde zu führen, sondern auch tatsächlich umzusetzen? Das nicht mehr zu tun, wovor einem das Gewissen schon längst abgeraten hat? Unsere gemeinsamen Grundwerte auch praktisch auf das tägliche Leben anzuwenden und sich zu entscheiden gegen Leid, Gewalt und Unterdrückung und für Gerechtigkeit, Freiheit und Respekt? […]

Gehen mit der Abschaffung der Tiernutzung nicht zu viele Arbeitsplätze verloren?

Ein schlichtes Argument wie Arbeitsplatzverlust reicht selbstverständlich nicht aus, um aus sich selbst heraus unmoralische Praktiken zu rechtfertigen. Aus diesem Grund wird gegen Menschenschmugglerringe, Folter, Regenwaldabholzung oder den Einsatz von Tretminen auch nicht damit argumentiert, dass nach Beendigung dieser Praktiken einige Menschen ihre Arbeit nicht mehr ausüben können. […]

»Eine vegane Ernährung können sich nur Wohlhabende leisten.«

Auch wenn es vereinzelt Produkte auf dem Markt gibt, die gleichzeitig vegan und relativ teuer sind, ist eine Ernährung, die sich auf pflanzliche Nahrungsmittel stützt, im Durchschnitt günstiger als eine so genannte Mischkost. Fleisch und andere Tierprodukte sind nicht nur teurer in der Erzeugung, sondern verursachen auch hohe Kosten für die Allgemeinheit, die Umwelt und vor allem für die Tiere, die für die Herstellung dieser Produkte leiden und sterben. […]

»Alle Moral ist subjektiv. Was richtig oder falsch ist, entscheide ich.«

Niemand kann »beweisen«, dass es falsch ist, Tiere unnötig leiden oder töten zu lassen. Und niemand muss etwas in dieser Art beweisen. Wer der Ansicht ist, dass Tiere keine Maschinen, sondern empfindungsfähige Wesen sind, und wem deshalb etwas an ihrem Wohlergehen liegt, vermeidet es, ihnen zu schaden. Dies ist die einzig logische Konsequenz und wird als Veganismus bezeichnet. […]