Umstellung

Umstellung: Ernährung

Der erste und wichtigste Punkt bei der Umstellung auf ein veganes Leben ist die Ernährung. Dabei lässt sich die Frage nach der individuell »richtigen« veganen Ernährung in zwei Einzelfragen aufteilen: Wie ernähre ich mich, damit mein Körper weiterhin alle notwendigen Stoffe erhält, und wie ernähre ich mich, damit mir Essen weiterhin Spaß macht und ich meinen persönlichen Geschmack nicht vollständig aufgeben muss?

1. Gesundheit

Als Faustregel gilt: Iss möglichst viel verschiedenes Obst und Gemüse, Nüsse und Samen, je unverarbeiteter, desto besser (dies gilt übrigens nicht nur für vegan lebende Menschen). Nimm außerdem regelmäßig eine ausreichende Dosis Vitamin B12 zu dir. Gönne dir viel Bewegung, frische Luft und Sonne auf der Haut. Informiere dich weiter über die für Menschen wichtigen Nährstoffe und gegebenenfalls deinen individuellen Bedarf. Alle Informationen findest du online, in einer Bücherei oder bei einem Ernährungsberater.

2. Genuss

Die Umstellung auf vegane Ernährung muss keinesfalls Einschränkungen und Verzicht bedeuten. Wenn du offen bist für bisher unbekannte Lebensmittel und Formen der Zubereitung wirst du – wie die meisten – eher eine Öffnung deines kulinarischen Horizonts erleben. Doch auch auf Bekanntes muss nicht vollständig verzichtet werden, von den meisten Rezepten gibt es inzwischen auch eine vegane Variante. Darüber hinaus werden mittlerweile unzählige Alternativprodukte, welche in Aussehen, Geschmack und Konsistenz an Fleisch, Wurst oder Käse angelehnt sind, angeboten. Hier heißt es ausprobieren und experimentieren, die Produkte der einzelnen Hersteller können sich hinsichtlich Geschmack und Textur stark unterscheiden.

Wechsel in Etappen

Wenn dir die Umstellung deiner Ernährung von einem Tag auf den anderen zu plötzlich erscheint, setze dir erreichbare, konkrete Wegpunkte, jedoch immer mit dem Ziel, nach der von dir festgelegten Zeit vollständig auf vegane Lebensmittel umgestiegen zu sein. Der Plan könnte etwa so aussehen: In der ersten Woche frühstückst du vegan und siehst dich tagsüber schon einmal nach Möglichkeiten und Gelegenheiten um, abends ebenfalls vegan zu essen. Nach der zweiten Woche, während der du dich vielleicht auch schon um einige Rezepte für das Mittagessen und ein paar Snacks für zwischendurch gekümmert hast, versuchst du in der dritten Woche, dich den ganzen Tag vegan zu ernähren. Spätestens jetzt wirst du feststellen, dass der Umstieg leichter ist, als du vielleicht geglaubt hast.

Eigene Rezeptsammlung

Es lohnt sich, in ein oder zwei Kochbücher zu investieren oder dir ein eigenes Album zusammenzustellen. Hierfür kannst du einfache Rezepte mit wenigen Zutaten aus Büchern oder dem Internet kopieren, abschreiben oder ausdrucken und in einem Ordner oder Notizbuch sammeln. So hast du deine Lieblingsrezepte immer sofort zur Hand. Du kannst deine Sammlung stetig erweitern oder die vorhandenen Gerichte als Ausgangspunkt für eigene Kreationen nutzen.

Für den Notfall

Ob zuhause, am Arbeitsplatz oder unterwegs: Um zu vermeiden, dass du dich hungrig in einer Situation wiederfindest, in der sich auf die Schnelle nichts Anständiges zu essen beschaffen lässt, empfiehlt es sich, stets eine Auswahl an kleinen Snacks parat zu haben. Frisches Obst, Nüsse, Trockenfrüchte, vegane Snackwürstchen, Kekse, Cracker oder Müsliriegel sind dabei eine gute Wahl.

Einladungen und Feiern

Falls es sich noch nicht herumgesprochen haben sollte, kündige vorab an, dass du dich vegan ernährst, wenn eine Familienfeier, ein Essen bei Bekannten oder eine ähnliche Veranstaltung ansteht. Biete an selbst zu kochen oder bereits fertig zubereitete Speisen mitzubringen. Versuche außerdem, alle Fragen, die das Wie und das Warum betreffen, ebenfalls schon vorher zu klären, damit das gemeinsame Mahl nicht durch plötzlich auftretende Missverständnisse und vermeidbaren Streit getrübt wird.

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