Umstellung

Umstellung: Überbleibsel

Du hast dich entschlossen, vegan zu leben, und fragst dich nun, was du mit deinen Lederschuhen tun sollst? Was soll mit Wollpullover, Ledergürtel, nicht veganen Haushaltsreinigern, Kosmetik- und Pflegeprodukten geschehen?

Die wenigsten können es sich leisten, sofort alle Gegenstände aus Tierprodukten, die sie bereits besitzen, gegen vegane Versionen auszutauschen. In einem solchen Fall können diese auch nach und nach ersetzt werden, dir sollte dabei nur bewusst sein, dass du zum Beispiel darauf hingewiesen werden könntest, dass Lederschuhe nicht vegan sind und der Umstand, dass du welche trägst, benutzt werden könnte, um deine Glaubhaftigkeit anzuzweifeln. Aber wenn du dir als angehender vegan lebender Mensch nicht sofort neue vegane Sachen leisten kannst, bedeutet das nicht, dass du aufgeben oder anderweitig Tierprodukte konsumieren solltest. Denke daran, dass Veganismus bedeutet, unnötiges Leid zu vermeiden, wann immer es praktisch möglich ist. Wir sollten unser Bestes tun, aber unser Bestes kann nicht immer identisch mit dem Idealfall sein.

Ob anderweitig vegan oder nicht: Wenn wir Produkte tierlicher Herkunft als Bekleidungsmaterialien verwenden, senden wir jedoch – auch ohne ein Wort zu sagen – folgende Botschaft: »Für mich sind Tiere keine Individuen, deren Leben einen eigenen Wert besitzt, sondern Rohstofflieferanten. Ich finde es in Ordnung oder es ist mir zumindest egal, dass wir sie einsperren und umbringen, obwohl uns Alternativen zur Verfügung stehen.« Da wir jedoch Vorbilder für eine Welt sein wollen, in welcher alle empfindungsfähigen Lebewesen im größtmöglichen Ausmaß gleich berücksichtigt werden, empfiehlt es sich, sich so schnell es eben geht von allen nicht veganen Gegenständen zu trennen, auch wenn durch deren fortgeführte Benutzung keine direkte weitere Nachfrage nach Tierprodukten geschaffen wird.

Da keine »Veganpolizei« existiert, die dich auf jedem deiner Schritte kontrolliert, liegt es also wieder einmal an dir, wie du mit den Gebrauchsartikeln umgehen willst, die sich noch in deinem Besitz befinden, mit deren Herstellungsprozess du aber nicht mehr einverstanden bist. Wegwerfen, spenden, verschenken oder sogar symbolisch mit der alten Lebensweise zusammen vergraben – entscheide dich so, dass du im Einklang mit deinem Gewissen handelst. Beim Veganismus geht es letztendlich darum, ungerechte, ausbeuterische Praktiken nicht weiter zu fördern, und nicht darum, welche Gegenstände du zum jetzigen Zeitpunkt besitzt.

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